Limburg/Hadamar: Nach knapp vierzig erfolglosen Bewerbungen hat Anton German aus Oberzeuzheim jetzt eine Ausbildungsstelle gefunden. Dass der 19jährige ab August eine Lehre bei der Tischlerei Reuhl in Hadamar beginnt, schreibt er vor allem seiner Teilnahme an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BVB) der Limburger Arbeitsagentur zu.
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Berufsvorbereitung sichert Anton German Ausbildungsplatz als Tischler |
Trotz einiger Misserfolge hat der junge Mann nicht aufgegeben. Vor zwölf Jahren kam Anton ohne deutsche Sprachkenntnisse mit seiner Familie aus Kasachstan. Nach dem Hauptschulabschluss fand er im letzten Jahr keine Lehrstelle.
Aufgrund unzureichender Noten in den Hauptfächern bekam er kaum Einladungen zu Vorstellungsgesprächen. Nachdem alle Bemühungen um eine Lehrstelle scheiterten, schlug ihm seine Berufsberaterin im Sommer letzten Jahres die Teilnahme an einer BVB vor. „Zuerst habe ich gezögert, weil Freunde meinten, dass das nichts bringt. Dann habe ich aber gedacht, ich habe ja nichts zu verlieren und bin hingegangen", erinnert sich der Oberzeuzheimer.
Der begeisterte Kraftsportler interessierte sich von Anfang an für den Tischlerberuf. Marianne Ruland vom Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft (BWHW) in Limburg war während der BVB Antons „Bildungsbegleiterin". Für sie war es wichtig, dass ihr Schützling durch ein Praktikum „den Fuß in die Tür" einer Schreinerei bekommt. „Anton war von Anfang an motiviert, zuverlässig und fleißig. Mir war schnell klar, dass er im Betrieb mit seinen Tugenden überzeugt", berichtet die Pädagogin.
Ruland sollte Recht behalten. Der Hadamarer Tischlermeister Bernhard Reuhl gab Anton eine Chance. Nach einem sechsmonatigen Praktikum haben beide jetzt den Ausbildungsvertrag unterzeichnet.
Antons Chef bestätigt, dass es ohne das BVB-Praktikum nicht zu einer Einstellung gekommen wäre: „Es waren nicht seine Schulnoten, die mich überzeugt haben. Bei einer schriftlichen Bewerbung hätte ich mich sicher anders entschieden". Dem Handwerksmeister gefiel der Einsatzwille und das positive Erscheinungsbild, das der zukünftige Auszubildende bei den Kunden hinterließ. Zudem spreche auch sein Alter für ihn. Mit 19 Jahren sei er wesentlich reifer, als Schulabgänger, die mit 16 Jahren in die Lehre einsteigen.
Für Ralf Fischer, Sprecher der Agentur für Arbeit, ist die BVB eine Erfolgsgeschichte: „Im letzten Jahr konnten 70 Prozent der Teilnehmer direkt im Anschluss in eine duale Ausbildung, Beschäftigung oder Schulausbildung einmünden."
Für diesen Herbst stünden in Limburg und Weilburg erneut 260 freie BVB-Plätze zur Verfügung. Die Arbeitsagentur trage neben den Aufwendungen für den Lehrgang auch die Fahrkosten sowie eine monatliche Berufsausbildungsbeihilfe. Interessenten könnten sich an ihren Berufsberater wenden, fügt der Sprecher abschließend hinzu.
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| Bundesagentur für Arbeit |
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